Wissenswertes


Verkehrsregeln in Österreich: 10 hartnäckige Irrtümer

Erlaubt oder verboten? Manche Irrtümer, die die Verkehrsregeln in Österreich betreffen, halten sich hartnäckig. Aber Achtung: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

1. Barfuß fahren. Mit Sandalen oder barfuß Autofahren ist verboten? Egal ob mit Flip-Flops, Sandalen, Stöckelschuhen, Gummistiefel oder gleich barfuß: Es ist nicht verboten, sich mit solchem Schuhwerk (oder ohne) hinters Steuer zu setzen. Als Autofahrer muss man allerdings jederzeit in der Lage sein, angemessen auf die jeweilige Verkehrssituation zu reagieren. Verursacht man mit Flip-Flops einen Unfall bzw. hätten andere Schuhe den Unfall verhindern können, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen, Schadenersatzforderungen oder Problemen mit der Versicherung gerechnet werden.

2. Schuld am Auffahrunfall. Der Auffahrende hat immer Schuld? Ein Irrtum ist die These, dass bei einem Auffahrunfall immer der Lenker Schuld hat, der von hinten auffährt. Das ist zwar oftmals der Fall, da der nachfahrende Autofahrer für das Einhalten eines ausreichenden Sicherheitsabstandes verantwortlich ist.

Wenn allerdings der Unfall z.B. aufgrund einer grundlosen Vollbremsung (dazu zählt vor Gericht auch das Bremsen für Kleintiere wie Igel, Hase, Frosch usw.) entstanden ist, kann auch dem Vordermann vor Gericht zumindest eine Teilschuld am Unfall zugesprochen werden.

3. Alkohol beim Autofahren. Während des Autofahrens darf man keinen Alkohol trinken?

Dieser Grundsatz gilt zwar für Fahranfänger (0,0 Promille), nicht jedoch für alle anderen Autofahrer, denn: Es spielt keine Rolle ob man vor oder während der Fahrt Alkohol trinkt. Was zählt ist, dass die Promillegrenze von 0,5 während der Autofahrt nicht überschritten werden darf. Generell sollten aber natürlich alle Straßenverkehrsteilnehmer auf Alkohol verzichten – egal ob vor oder während der Fahrt.

4. Thema Parkschaden. Nach einem kleinen Parkschaden reicht es, einen Zettel mit Kontaktdaten am Fahrzeug des “Unfallgegners” zu hinterlassen?

Wer in einer solchen Situation nicht die Geduld aufbringt, um auf den Besitzer des Wagens oder die verständigte Polizei zu warten, bekommt Ärger: Denn auch der Unfallhergang bei einem „kleinen Parkrempler“ muss geklärt werden. Dazu reicht eine Notiz, die man am Fahrzeug des Unfallgegners anbringt, nicht aus. Wer sich nicht daran hält, macht aus einem kleinen Parkschaden schnell eine Anzeige wegen Fahrerflucht – mit wesentlich unangenehmeren (und teuren) Folgen. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit auf die Polizeidienststelle zu gehen und dort den Vorfall zu melden. Juristisch ist man auf der sicheren Seite, wenn der Schaden gleich telefonisch der nächsten Polizeistation gemeldet wird.

5. Einbahnstraße nur für Autos. Eine Einbahnstraße gilt nur für Autos, nicht für Radfahrer? Falsch! Auch für Radfahrer gelten selbstverständlich die Verkehrsschilder inklusive Einbahnregelungen. Einzige Ausnahmen: Radfahren in Wohnstraßen ist auch gegen die Einbahn erlaubt. Auf allen anderen Straßen dürfen Radfahrer nur dann gegen die Einbahn fahren, wenn dies durch eine Zusatztafel ausdrücklich gestattet ist.

6. Telefonieren im Auto. Sobald das Auto stillsteht, darf ich ohne Freisprecheinrichtung telefonieren? Wer sich im „fließenden Verkehr“ befindet, darf nicht ohne Freisprecheinrichtung telefonieren. Wer sich im „ruhenden Verkehr“ befindet, darf auch ohne Freisprecheinrichtung telefonieren.

Wer sein Auto verkehrsbedingt anhält (z.B. aufgrund einer Stopptafel), muss jederzeit in der Lage sein, weiterzufahren und befindet sich somit im „fließendem Verkehr“. Auch im Stau ist Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung nicht gestattet, es sei denn, der Stau ist so erheblich, dass ein Weiterfahren nicht möglich ist. (ruhender Verkehr)

Bei einer auf „Rot“ geschalteten Ampel ist es hingegen erlaubt, auch ohne Freisprecheinrichtung zu telefonieren, solange die Ampel auf Rot ist. Auf der sicheren Seite ist man aber wohl nur dann, wenn eine Freisprecheinrichtung installiert ist, und man sich nicht auf rechtliche Detailauslegungen verlassen muss.

7. Parklücke reservieren. Als Passant/Fußgänger darf man eine Parklücke reservieren? Ein freier Parkplatz in einiger Entfernung wird entdeckt, der Beifahrer eilt zu Fuß voraus, um den begehrten Parkplatz zu „reservieren“. Das führt immer wieder zu Streit zwischen Autofahrern, der auch schon so manches Mal von der Polizei geschlichtet werden musste. Dabei ist die Regelung hierzu sehr einfach: Laut Straßenverkehrsordnung ist es nicht erlaubt, einen Parkplatz durch einen Fußgänger/Passanten reservieren zu lassen.

8. Vorrang im Kreisverkehr. Im Kreisverkehr hat immer der Vorrang, der bereits im Kreisverkehr fährt? In Österreich ist zwar der Großteil der Kreisverkehre durch entsprechende Vorrangs-Beschilderung so geregelt, dass das im Kreisverkehr fahrende Fahrzeug Vorrang genießt. Gibt es eine solche Beschilderung jedoch nicht, gilt immer noch: Der Rechtskommende hat Vorrang – auch im Kreisverkehr.

9. Reißverschlusssystem. Beim Reißverschlusssystem sollte möglichst frühzeitig die Spur gewechselt werden? Sei es in einem Baustellenbereich, oder weil sich eine mehrspurige Fahrbahn in eine einspurige verengt: Beim Einordnen auf die verbleibende Spur gilt das Reißverschlusssystem. Aus Angst, nicht mehr rechtzeitig eingelassen zu werden, wechseln viele Autofahrer dabei möglichst frühzeitig die Spur. Der Verkehrsfluss wird dadurch aber eher behindert als beschleunigt. Um das Reißverschlusssystem optimal anzuwenden, muss das Einordnen im Endbereich (frühestens im letzten Drittel) des endenden Fahrstreifens stattfinden.

10. Verbandskasten im Auto. Der Auto-Verbandskasten muss regelmäßig ausgetauscht werden, um einer Strafe zu entgehen? Der Wahrheitsgehalt liegt hier bei ca. 50%, denn der Gesetzgeber schreibt nicht vor, nach wie vielen Jahren die Autoapotheke/Verbandszeug generell ausgetauscht werden muss. Vorgeschrieben wird nur, dass der Lenker Verbandszeug mitführen muss, das zur Wundversorgung geeignet ist und in einem Behälter staubdicht verpackt ist. Aber: Aufgrund der begrenzten Haltbarkeit mancher Bestandteile einer Autoapotheke ergibt sich automatisch, dass zumindest die abgelaufenen Teile rechtzeitig erneuert werden müssen, damit diese eben noch „zur Wundversorgung geeignet“ sind.


Alle Hypertoniker sollen in den Normalbereich kommen

In mehreren großen Untersuchungen waren weniger als 50 % der behandelten Patienten mit Bluthochdruck gut eingestellt. Neben einer Verbesserung der Diagnostik wird die medikamentöse Behandlung vereinfacht.

Besonders betont wird die Notwendigkeit von Erklärung und Schulung der Patienten, um die Mitarbeit bis hin zur Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit zu fördern. In diesem Zusammenhang haben Prävention und Früherkennung von beginnenden Schäden eine besondere Bedeutung.

 „Die Definition der Hypertonie bleibt in Österreich gleich, das heißt, Bluthochdruck wird weiterhin erst ab 140 zu 90 diagnostiziert“, erklärt Thomas Weber, Kardiologe am Klinikum Wels-Grieskirchen, und Initiator des Projekts „Kennen Sie Ihr Gefäßalter?“.

„Bluthochdruck sollte aber nicht alleine durch Ordinationsmessungen festgestellt werden. Wir in Österreich haben eine lange und gute Tradition der Selbstmessung und sollten diese noch ausbauen.“

Ab wann ist eine Therapie notwendig?

Der neue Blutdruckkonsens sieht weiterhin vor, bei der Mehrzahl der Patienten erst ab einem Blutdruck von 140 zu 90 eine Therapie einzuleiten. „Generell gilt aber: Bluthochdruck ist ein komplexes Krankheitsbild und die moderne Bluthochdrucktherapie muss persönlich auf den Patienten abgestimmt erfolgen", sagt Weber.

„Ob eine medikamentöse Blutdrucksenkung eingeleitet werden soll, hängt vom individuellen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab: bei sehr hohem Risiko, insbesondere bei Vorliegen einer koronaren Herzerkrankung, manchmal schon ab Werten von 130 zu 85, ansonsten generell ab 140/90 mmHg, bei sehr alten Patienten eventuell erst ab 160 mmHg systolisch“, so der Blutdruckexperte.

Meist nur noch eine Tablette notwendig

„Primäres Ziel muss sein, alle Hypertoniker erfolgreich in den Normalbereich zu bringen. Doch derzeit ist die Hälfte aller Menschen mit Bluthochdruck nicht bzw. nicht erfolgreich behandelt“, so Weber. Die Gründe dafür liegen uu.a. in einer mangelnden Therapietreue der Patienten und in einer immer noch bestehenden Dunkelziffer der Erkrankung.

„Es ist erwiesen, dass die Compliance nachlässt, je mehr unterschiedliche Präparate Patienten einnehmen müssen. Bei der medikamentösen Behandlung wird für die meisten Patienten jetzt schon von Anfang an eine Kombination verschiedener Wirkstoffe, aber in nur einer Tablette, empfohlen.“

Aktuell: Blutdruck in Zeiten der Corona-Pandemie

„Gerade in Zeiten, in denen Ordinationen und Ambulanzen schwerer erreichbar sind, ist die Blutdruck-Selbstmessung von besonderer Bedeutung. Auch die Lebensstilmaßnahmen sind wichtig. In der Freizeitgestaltung sollte auf ausreichend körperliche Aktivität geachtet werden. Eine mögliche Gewichtszunahme muss vermieden werden!“

Die medikamentöse Therapie bei Bluthochdruck kann und soll auch während der Gesundheitskrise unverändert fortgeführt werden. Ausgenommen davon ist ein schwerer Verlauf der Erkrankung, der mit einer Spitalsaufnahme und womöglich einem Intensivaufenthalt einhergeht.

„Die Österreichische Gesellschaft für Hypertensiologie hat bereits vor einigen Wochen eine Stellungnahme auf ihrer Homepage (www.hochdruckliga.at) veröffentlicht, die davor warnt, eine bestehende Medikation mit diesen Medikamenten einfach abzusetzen oder zu verändern.“ Gleichlautende Empfehlungen gibt es von der Gesellschaft für Kardiologie und der Gesellschaft für Nephrologie sowie von internationalen Fachgesellschaften. 

Weiterführende Informationen: Jeder spricht vom Blutdruck. Wir wissen, er kann zu hoch und auch zu niedrig sein. Doch was ist eigentlich der Blutdruck? Warum ist es gefährlich, wenn er zu hoch ist? Wie kann man die Werte beeinflussen? 

Was ist eigentlich der Blutdruck und warum schwankt er?

Technisch gesehen ist der Blutdruck der Druck in den Arterien, den Schlagadern. Gefahr, Aufregung oder Ärger lassen ihn rasant ansteigen. Plötzlich haben wir das Gefühl, „auf 180 zu sein“ und dass das Blut in Wallung kommt. Dass in solch akuten Stresssituationen unser Blutdruck steigt, ist eine naturgemäße und lebenswichtige Reaktion, welche den Körper startklar für schnelles Handeln macht – in kürzester Zeit ist das Herz bereit für mehr Leistung. Durchblutung und Sauerstoffversorgung der Muskulatur steigen.

Ermöglicht wird dies durch ein ausgeklügeltes System aus Hormonen, Gefäß- und Nervenaktionen.

Auch im Laufe eines Tages schwankt der Blutdruck – in der Früh ist er meist höher als am Nachmittag, in der Nacht, wenn wir schlafen, am niedrigsten. Genetisch bedingt, aber auch durch Faktoren wie Übergewicht, Rauchen und zu wenig Sport, kann der Blutdruck über einen langen Zeitraum zu hoch sein und muss dann behandelt werden.

Wann ist der Blutdruck zu hoch?

• optimaler Blutdruckbereich (<120/80 mmHg)

• normaler Blutdruckbereich (120-129/80-84 mmHg) 

• hochnormaler Blutdruckbereich (130-139/85-89 mmHg)

• Bluthochdruck (>140/90 mmHg): medikamentöse Behandlung empfohlen, wenn eine Lebensstiländerung, die bereits Patienten mit hochnormalen Werten empfohlen wird, keine Erfolge gezeigt hat

Schon gewusst?

Die Höhe des Blutdrucks wird in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben, zum Beispiel 120/80 mmHg. Die erste Zahl bezeichnet dabei den systolischen Druck, also jenen Wert in der Auswurfphase des Herzens. Im Gegenzug steht die zweite Angabe für den diastolischen Druck in der Füllungsphase der Herzkammern.

Warum ist hoher Blutdruck gefährlich?

Gefährlich wird hoher Blutdruck in erster Linie durch seine Folgeerkrankungen. Muss die linke Herzkammer auf Dauer unter zu hohem Druck arbeiten, können sich ihre Wände verdicken und eine Herzschwäche entsteht. Erhöhter Blutdruck kann zu Gefäßverkalkung (Atherosklerose) führen, wodurch das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko steigt. Auch Nierenschwäche und sogar Demenz werden häufig durch lange bestehenden erhöhten Blutdruck verursacht.

Wie kann Bluthochdruck behandelt werden?

Die Grundlage der Behandlung von hohem Blutdruck ist ein gesunder Lebensstil. Gewichtsreduktion bei Übergewicht, ausreichend Bewegung und eine Verringerung des Salzkonsums können den Blutdruck manchmal sogar normalisieren, müssen aber konsequent durchgeführt werden.

Wenn das nicht ausreicht, stehen Medikamente aus mehreren wirksamen und gut verträglichen Wirkstoffgruppen zur Verfügung. Eine neue Empfehlung lautet, bei deutlich erhöhtem Blutdruck schon von Beginn an mehrere Wirkstoffe in einer Tablette zu kombinieren, was die Behandlung noch effektiver und schonender macht.

Auch minimalinvasive Kathetereingriffe gewinnen an Bedeutung. Zum Beispiel kann man Nervenstränge an den Nierenarterien veröden, wodurch die körpereigenen Stresshormone reduziert werden und dadurch der Blutdruck sinkt. 

So messen Sie den Blutdruck selbst am besten:

Das tägliche Messen des Blutdrucks durch den Patienten selbst stellt eine ideale Kontrolle einer laufenden Behandlung dar. Dazu ist es notwendig, dass an sieben Tagen die Woche morgens und abends jeweils zweimal gemessen und der Mittelwert notiert wird.

Das aktive Miteinbeziehen des Patienten in die Therapie erhöht zudem die Eigenverantwortung des Patienten.

• Die Messung mit einer Oberarmmanschette ist zu bevorzugen. Beachten Sie beim Kauf des Gerätes, dass die Manschettengröße zu Ihrem Armumfang passt! Das Gerät sollte natürlich validiert sein.

• Lassen Sie sich das korrekte Messen einmal von Ihrem Arzt oder in der Apotheke erklären und testen Sie die Messung auch selbst vor Ort! Beachten Sie nach den Angaben des Herstellers genau, wie das Gerät anzulegen ist! 

• Achten Sie auf eine ausreichende Ruhephase vor der ersten Messung, mindestens aber von fünf Minuten – lesen Sie zum Beispiel eine Seite in der Zeitung! Sitzen Sie während der Messung ruhig auf einem Sessel, Beine parallel am Boden, Rücken angelehnt!

• Wichtig: kein Kaffee und Nikotin sowie keine körperliche Aktivität etc. eine halbe Stunde vor der Messung! Beim Warten und während der Messung bitte nicht sprechen!

• Manschette direkt auf der Haut des Oberarms anlegen! Die Mitte der Manschette sollte auf Herzhöhe liegen. Den Arm, an welchem die Messung vorgenommen wird, auf einem Tisch aufstützen!

• Messung nach ca. zwei Minuten wiederholen, bei Bedarf ein drittes Mal (wenn die ersten beiden Ergebnisse um mehr als 10 mmHg auseinanderliegen)! Der Mittelwert der letzten beiden Messungen ist der gültige Wert.

• Verwenden Sie bei der Selbstmessung ein Gerät mit automatischem Speicher! Ansonsten müssen Sie Blutdruck und Herzfrequenz gleich im Anschluss notieren. Sie können die Werte auch in einer App speichern, die Ihnen beim Ausrechnen des Mittelwertes hilft. 

Nicht nur eine medikamentöse Therapie ist wichtig – Das kann jeder selbst tun. Neben und schon vor der medikamentösen Behandlung von Bluthochdruck sind folgende Lebensstilmaßnahmen empfehlenswert:

• Minimieren Sie Ihren Konsum von Kochsalz auf höchstens 5 Gramm täglich und schränken Sie Ihren Alkoholkonsums ein! Bevorzugen Sie frisches Obst und Gemüse, Olivenöl, Nüsse sowie fettarme Milchprodukte, reduzieren Sie den Konsum von rotem Fleisch!

• Der Body Mass Index (BMI: Gewicht in kg dividiert durch Größe in m zum Quadrat) sollte unter 30 liegen bzw. der Bauchumfang bei Männern weniger als 102 cm und bei Frauen weniger als 88 cm bemessen. Ideal ist ein BMI zwischen 20 und 25 bzw. ein Bauchumfang von unter 94 cm bei Männern und unter 80 cm bei Frauen.

• Vergessen Sie nicht auf regelmäßige sportliche Betätigung von mindestens 30 Minuten an fünf bis sieben Tagen pro Woche!

• Rauchverzicht senkt den Blutdruck nicht direkt, ist aber aus vielen anderen Gründen unumgänglich.

• Achten Sie zudem auf Ihre Mundhygiene und holen Sie im Falle von Zahnfleisch-Entzündungen Rat bei Ihrem Zahnarzt ein! Chronische Periodontitis  erhöht das Risiko für Bluthochdruck nachweislich.

Die Kardiologie am Klinikum Wels-Grieskirchen

Die Abteilung leistet seit mehr als 30 Jahren Spitzenmedizin in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Heute werden pro Jahr mehr als 4.000 Eingriffe im Herzkatheterlabor vorgenommen und über 1.000 Stents gesetzt. Für die Betreuung der Patienten stehen sämtliche nicht-invasiven und invasiven Untersuchungsmethoden zur Verfügung, das therapeutische Spektrum umfasst alle Möglichkeiten der modernen Kardiologie auf internationalem Niveau.

Die eigenen Werte kennen: So messen Sie den Blutdruck selbst am besten:

Das tägliche Messen des Blutdrucks stellt eine ideale Kontrolle einer laufenden Behandlung dar. Dazu ist es notwendig, dass Sie an sieben Tagen die Woche morgens und abends jeweils zweimal Ihren Blutdruck messen und den Mittelwert notieren. Das gelingt so am besten:

+ Messung mit einer Oberarm-Manschette ist zu bevorzugen. Beachten Sie beim Kauf des Gerätes, dass die Manschettengröße zu Ihrem Armumfang passt!

+ Lassen Sie sich das korrekte Messen einmal von Ihrem Arzt oder in der Apotheke erklären und testen Sie die Messung auch selbst vor Ort!

+ Achten Sie auf eine ausreichende Ruhephase von mindestens fünf Minuten vor der ersten Messung – lesen Sie zum Beispiel eine Seite in der Zeitung! Sitzen Sie während der Messung ruhig auf einem Sessel, Beine parallel am Boden, Rücken angelehnt!

+ Wichtig: kein Kaffee und Nikotin sowie keine körperliche Aktivität etc. eine halbe Stunde vor der Messung! Beim Warten und während der Messung bitte nicht sprechen!

+ Manschette direkt auf der Haut des Oberarms anlegen! Die Mitte der Manschette sollte auf Herzhöhe liegen. Den Arm, an welchem die Messung vorgenommen wird, auf einem Tisch aufstützen!

+ Messung nach ca. zwei Minuten wiederholen, bei Bedarf ein drittes Mal (wenn die ersten beiden Ergebnisse um mehr als 10 mmHg auseinander liegen)! Der Mittelwert der letzten beiden Messungen ist der gültige Wert.

+ Verwenden Sie bei der Selbstmessung ein Gerät mit automatischem Speicher! Ansonsten müssen Sie Blutdruck und Herzfrequenz gleich im Anschluss notieren. Sie können die Werte auch in einer App speichern, die Ihnen beim Ausrechnen des Mittelwertes hilft.


Tipp: Starke Stimme – auch im Alter

Einzigartig und gut trainierbar: Die Stimme gilt als besonderes Phänomen. Genau wie Haar- und Augenfarbe, Größe und Charakter macht sie einen Menschen einzigartig. Wie alle Bereiche im Körper unterliegt auch die Stimme dem physiologischen Alterungsprozess.

Wenn der Stimmklang gestört ist und die Leistungsfähigkeit der Stimme nachlässt, steckt meist keine krankhafte Veränderung dahinter. Oft liegt es daran, dass die Stimme mit den Jahren nicht mehr ausreichend genutzt wird.

Deshalb raten Experten: Sprechen Sie, vermeiden Sie es zu schweigen, singen Sie am besten viel! Denn der Stimmapparat im Allgemeinen und im Speziellen der Kehlkopf als Muskelapparat kann man gut trainieren.

Ausdauer, Regenerationsfähigkeit, Elastizität und Spannkraft vieler Gewebe lassen im Alter nach. „Hauptursachen für Heiserkeit und brüchige Stimme sind die Abnahme von Lungenvolumen und Muskelkraft sowie eine Verknöcherung der Kehlkopfknorpel“, erklärt Georg Fleischhacker, HNOSpezialist. „Bei Frauen wirkt sich auch die große hormonelle Umstellung in der Menopause aus.“

Nach einer starken stimmlichen Belastung benötigt die Stimme längere Erholungszeiten als früher. Ausdauerndes und kräftiges Sprechen ist nicht mehr so leicht möglich. „So kann es passieren, dass die Stimme schneller ermüdet, bei Belastung wegbricht, belegt oder sogar schrill klingt“, so der Experte. Selten liegen krankhafte Veränderungen der stimmgebenden Organe vor, bei hartnäckigen Beschwerden ist auf jeden Fall eine Kontrolle beim Facharzt zur Abklärung ratsam.

Auch im Alter eine starke Stimme bewahren

Nicht nur der Körper, sondern auch die Stimme will trainiert werden. Denn: „Für die Stimmgebung sind der Muskelapparat des Kehlkopfs sowie die Luft der Lunge ausschlaggebend. Mehr als 100 Muskeln sind insgesamt am Sprech- und Singvorgang beteiligt“, erklärt der HNO-Arzt. Die

Stimmlippen geraten durch den Anblasedruck der Lunge in Schwingung, dadurch entsteht die Grundfrequenz. Diese wird durch die Artikulationsorgane Lippen und Zunge zu Vokalen und Konsonanten umgeformt. Spielen alle beteiligten Muskeln reibungslos zusammen, ertönt eine kräftige Stimme.

Das beste Stimmtraining ist, regelmäßig zu sprechen und zu singen“, rät Fleischhacker. Bereits einfache Stimmübungen, regelmäßig ausgeführt, verhelfen zu besserer Resonanz und Durchhaltekraft. Gut für die Stimme, zum Beispiel vor dem Singen, sind auch Thymian und Hyaluronsäure in Pastillenform.


Mehr als ein Spruch: Wer rastet, der rostet

Wer sich körperlich und auch geistig ein Leben lang bewegt, bleibt bis ins Alter fit und hat im Krankheitsfall eine bessere Ausgangsbasis für den Heilungsprozess. Mangelnde Aktivität wirkt sich in jeglicher Hinsicht negativ auf Gesundheit und Leistungspotenzial aus. Der Rost ist dabei allerdings nur sinnbildlich gemeint, der Effekt ist aber der gleiche: Bewegungsabläufe werden schwerer, es läuft nicht mehr „wie geschmiert“, Stillstand droht.

Durch entsprechende Beanspruchung baut sich die sogenannte Gelenksschmiere auf, Muskelaufbau stärkt gleichzeitig die Knochen und neuronale Netze im Gehirn verdichten sich bei verstärkten Denkprozessen. Ob körperliches Training oder Denksport – beides ist wichtig, um ein Leben lang in Schwung zu bleiben. Das Schöne daran: Jeder einzelne hat das Potenzial, dazu beizutragen.

Bis ca. zum zwanzigsten Lebensjahr baut der Körper auf, man fühlt sich stark und hat das Gefühl, für immer jung zu bleiben. Selbst Experten können keinen präzisen Zeitpunkt festlegen, an welchem der Körper effektiv zu altern beginnt. Denn: Organe und ihre Systeme bauen unterschiedlich ab, zeigen aber in der Regel zwischen dem dritten und vierten Lebensjahrzehnt die ersten Verschleißerscheinungen.

„Auch die Abnahme der Muskelmasse beginnt bereits Mitte Dreißig. Sie reduziert sich anfangs jährlich um etwa ein Prozent, im Alter verläuft der Prozess schneller“, erklärt Viktor Sadil, Leiter des Instituts für Physikalische Medizin und Allgemeine Rehabilitation am Klinikum Wels-Grieskirchen. „Einerseits fehlt es älteren Menschen dann an Kraft, andererseits steigt auch das Risiko für Stürze. Dies führt oftmals zu Brüchen, denn mit dem Abbau des Muskels verliert auch der Knochen an Substanz.

Wer sich viel bewegt und ausgewogen ernährt, kann diesen Prozess bremsen.“ Dies alles sollte Motivation genug sein, um in Bewegung zu kommen und auch zu bleiben und somit dem Ticken der biologischen Uhr einiges entgegenzusetzen.

Was es braucht, um sich zu bewegen

„Unser Bewegungsapparat besteht aus vielen einzelnen Komponenten, wie etwa Nerven, Muskeln, Sehnen, Bändern, Knochen und Gelenken“, erklärt Christine Spindler, Physiotherapeutin am Klinikum Wels-Grieskirchen. Jede einzelne dieser Strukturen erfüllt ihren speziellen Zweck – gemeinsam ermöglicht ihr Zusammenspiel eine reibungsfreie Bewegung.

„Um unsere Leistungsfähigkeit ein Leben lang zu erhalten, bedarf es mehrerer Voraussetzungen – etwa Schmerzfreiheit, Muskelkraft, Beweglichkeit, Koordination und Ausdauer.“

Aber wer rastet, der rostet: „Die Gelenke sind durch Knorpel verbunden. In den Knorpeln befindet sich eine Masse, die durch die Bewegung wie von einem Schwamm eingesogen bzw. ausgepresst wird. So bleiben die Gelenke schmerzfrei. Deshalb ist Bewegung so lebenswichtig, ansonsten werden die Gelenke steif.“

Ein Leben lang in Bewegung

Die motorische Leistungsfähigkeit ist also nicht nur eine Frage des Alters, sondern auch des Trainingszustandes. Auch mit den Jahren bleibt der Körper in jeder Lebensphase trainierbar. „Erforderlich ist letzten Endes nur die Bereitschaft, etwas dafür zu tun“, plädiert die Physiotherapeutin.

„Wichtig ist, in der Jugend zu beginnen, denn im Alter zehren wir dann davon, was wir dem Körper Gutes getan haben. Aber: Besser spät als nie! Denn auch wer erst mit den Jahren zu trainieren beginnt, hat gegenüber Nicht-Aktiven einen klaren Vorteil.“ Wie aber nun beginnen?

Wie ich in meinem Alter ins richtige Training starte 

„Bewegung ist etwas Individuelles, jeder muss für sich selbst Fragen formulieren und die Antworten in Absprache mit Experten finden: Was ist die Norm? Was ist mein Ziel? Was braucht es, damit ich dorthin komme? Vor dem Training ist auf jeden Fall ein Check beim Internisten empfehlenswert, um Grunderkrankungen auszuschließen“, regt Sadil an.

 „Gehen, Nordic Walking, Tanzen und Schwimmen, alles ist gut, aber eher gemäßigt, außer man ist anderes gewöhnt. Man kann alles machen, man muss es nur mit Verstand betreiben.“ Bestehen bereits strukturelle Schäden, zum Beispiel nach einer Knie- oder Hüft-OP, steigen die meisten Patienten über eine Therapie ins Trainingsprogramm ein.

„Dabei darf aber eines nicht außer Acht gelassen werden: Nicht der Therapeut macht gesund oder kann das Ziel erreichen, dafür ist man immer selbst verantwortlich!“, gibt der Bewegungsexperte zu bedenken.

Mehr Lebensjahre bei guter Gesundheit

Bestimmte altersbedingte Körpermerkmale können also durch regelmäßige Bewegung, gezieltes Training sowie eine gesunde, ausgewogene Ernährung bis ins hohe Alter verbessert oder stabil erhalten werden, beispielsweise Blutdruck, Körpergewicht oder Insulinempfindlichkeit und nicht zuletzt die Beweglichkeit selbst.

Notiz am Rande: Auch allgemeines Erkrankungsrisiko und Aussehen werden dadurch positiv beeinflusst – die Lebensqualität und die Chancen, mehr Jahre in guter Gesundheit zu leben, steigen.


Gesundheit: UV-Licht ist Hautkrebsrisikofaktor 

Regelmäßige Kontrolle als beste Vorsorge. Das „Braunwerden“ ist eine der wichtigsten Schutzfunktionen der Haut. Würde die Haut nicht mit einer Verfärbung und Verdickung auf Sonneneinstrahlung reagieren, könnten die UV-Strahlen sehr schnell die Haut schädigen. 

Wer sich der Sonne allerdings ohne die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen aussetzt, geht bei Sonnenbränden ein deutlich erhöhtes Melanomrisiko ein. Selbstbeobachtung und der regelmäßige Hautcheck durch den Facharzt sind wichtig, um auffällige Hautveränderungen frühzeitig zu entdecken. 

Auch Jugendliche sollten sich bei familiärer Vorbelastung, bei einer Vielzahl von bzw. bei ungewöhnlichen Muttermalen vorsorglich kontrollieren lassen. „Selbstbeobachtung und regelmäßige fachärztliche Kontrollen sind eine wichtige Kombination, um Hautkrebs so früh wie möglich zu erkennen“, erklärt Gernot Lechner, Oberarzt am Klinikum Wels-Grieskirchen. „Die Selbstbeobachtung ersetzt zwar nicht den jährlichen Muttermal-Check beim Spezialisten, die sogenannte ABCD-Regel hilft aber auch dem Laien, auffällige Hautveränderungen zu entdecken.“ 

A (Asymmetrie): Kontrollieren Sie, ob Hautveränderungen und Muttermale eine ungleichmäßige Form haben! 

B (Begrenzung): Achten Sie darauf, ob die Ränder der Male unscharf begrenzt, uneben oder rau sind! 

C (Colour): Halten Sie fest, ob sich die Farbgebung eines Muttermals oder Pigmentflecks verändert! 

D (Durchmesser): Beobachten Sie, ob sich der Durchmesser einer Hautveränderung vergrößert! 

Warum zu viel Sonne gefährlich ist 

Ohne Sonne gibt es kein Leben. Die UV-Bestrahlung der Haut führt beispielsweise zur Bildung von Vitamin D3 in unserem Körper. Zu viel davon ist aber schädlich. „Eine zu hohe Dosis kann die Erbsubstanz der Hautzellen schädigen!“, warnt der Welser Dermatologe. „Sind die Schäden an der DNA gering, können sie von bestimmten Reparaturmechanismen der Haut ausgebessert werden.“ 

Bei schweren Überdosierungen von UV-Licht aber, wie durch einen Sonnenbrand oder oftmalige starke Sonneneinstrahlung, entstehen dauerhafte Schäden, weil der Reparaturmechanismus überfordert ist und nicht mehr alle DNA-Schäden repariert werden können.  

Als Folgewirkung kann Hautkrebs entstehen. Zu den häufigen Formen zählen hier der weiße und der schwarze Hautkrebs. „Die helle Form tritt meist an Nase, Ohr, Wange und Handrücken, den sogenannten Sonnenterassen, auf. Bei den Frühformen können unterschiedliche nichtoperative Behandlungsmethoden ausreichend sein: von der Krebstherapie ‚aus der Tube‘ bei kleinen Veränderungen, der Kälte- und Laserbehandlung über die photodynamische Therapie bei großflächigem Hautkrebs bis hin zur operativen Entfernung bei weiter fortgeschrittenen Ausprägungen.“  

Schwarzer Hautkrebs, auch Melanom genannt, ist der bösartigste Tumor der Hautpigmentzellen. Kein anderer solider Tumor – außer der weiße Hautkrebs – verzeichnet in den letzten Jahrzehnten eine ähnlich hohe Steigerung der Häufigkeit wie das Melanom. Schwarzer Hautkrebs bildet relativ häufig und früh Metastasen. „Eine rasche Diagnose ist deshalb wichtig – zusätzlich zur regelmäßigen fachärztlichen Untersuchung kontrollieren Sie zur Früherkennung Ihre Haut deshalb auch anhand der ABCD-Regel, an schwer einsehbaren Stellen, wie etwa dem Rücken, auch mit Hilfe des Partners oder einem Spiegel! Vergessen Sie nicht, zwischen Fingern, Zehen und Hautfalten zu kontrollieren!“ 

Wie man sich richtig schützt 

Sonnenbrände verstärken das Melanomrisiko erheblich. „Meiden Sie deshalb vor allem die pralle Mittagssonne!“, rät der Hautspezialist. „Tragen Sie beim Schwimmen regelmäßig wasserfeste Sonnencremen mit ausreichend Lichtschutzfaktor besonders auf exponierten Stellen, wie Stirn, Nase, Ohren und Schultern auf!“ 

Bereits geöffnete Sonnenschutzprodukte aus dem Vorjahr sollten nicht mehr verwendet werden, da ihre Wirkung nicht garantiert ist. 

Sonnenschutz-Tipps: UV-Strahlen sind Hautkrebsverursacher Nummer eins! Dies ist durch umfassende Untersuchungen mittlerweile eindeutig bewiesen. Aus diesem Grunde hat die IARC (Internationale Krebsforschungsagentur der WHO) UV-Strahlung in die höchste Kategorie der krebserregenden Faktoren aufgenommen. 

Am besten wasserfeste Sonnencremen verwenden, die dem Hauttyp (fettig oder trocken) angepasst sind und einen individuell ausreichenden Lichtschutzfaktor bieten (LSF 25 bis 50). - Wasserresistente Sonnenschutzprodukte verlieren durch Schwitzen und Abtrocknen ihre Wasserfestigkeit, deshalb muss man sich in regelmäßigen Abständen neu eincremen. 

Die meisten heute im Handel geführten hochwertigen Sonnencremen wirken sofort durch den physikalischen Lichtschutzfilter. Daher ist es nicht mehr notwendig, sich 30 Minuten vor dem Sonnenbad einzucremen.  

Österreichs erstes Hauttumorzentrum in Wels. Die Abteilung für Haut- und Geschlechtskrankheiten im Klinikum Wels-Grieskirchen ist spezialisierte Anlaufstelle für Hautkrebspatienten mit Hauttumoren in allen Stadien. 

„Das Behandlungsangebot reicht von der Auflichtdiagnostik über operative Eingriffe inklusive Nachbehandlung bis hin zu innovativen Methoden der Immuntherapie und der sogenannten ‚Targeted Therapies‘.“ Nicht operable Tumore können durch eine Elektrochemotherapie verkleinert werden.


Gesundheit: Prävention durch Gefäßaltermessung 


Gesundheit: Nahrungsmittel-Allergie ja oder nein? 


Gesundheit: Bei Schlaganfall-Versorgung zählt jede Minute


Gesundheit: Aspirin verringert das Sterberisiko bei Frauen


Gesundheit: Laser kann bei Tinnitus für Abhilfe sorgen


Gesundheit: DNA-Test kann Rauchern beim Aufhören helfen 


Gesundheit: Häufige Ejakulation schützt vor Prostatakrebs


Gesundheit: Immer mehr Kinder leiden an Diabetes Typ 1 


  Leiden Sie Nahrungsmittel-Allergie...? 

Experten-Tipp: Nicht bei jeder Unverträglichkeit

Statistiken zeigen, dass bereits ein Fünftel der heimischen Bevölkerung vermutet, an einer Nahrungsmittel-Allergie zu leiden. Allerdings bestätigt sich diese Selbstdiagnose nur bei rund zwei bis drei Prozent. Die Ursache für die hohe Diskrepanz ist einfach: Nicht jede Unverträglichkeit ist eine Allergie! 

Die Diagnose selbst zu stellen, ist dabei unmöglich - zu viele Nahrungsmittel mit zu vielen Inhaltsstoffen sind verfügbar. Deshalb ist es sinnvoll, sich an Experten zu wenden. Barbara Schatzl, Diätologin am Klinikum Wels-Grieskirchen, zeigt auf, wie man etwa den Ursachen von ernährungsbedingten Verdauungsstörungen, Hautrötungen und Juckreiz auf die Spur kommt. 

Genuss trotz Nahrungsmittelunverträglichkeiten 

Joghurt, Müsli und frisches Obst zum Frühstück, ein Abendessen beim Italiener mit einem guten Gläschen Wein - was gibt es Schöneres. Doch nicht alle Menschen können sorglos essen und genießen. Auf bestimmte Lebensmittel reagieren sie mit äußerst unangenehmen Symptomen: Es kribbelt im Mund, die Haut juckt, Bauchschmerzen und Durchfall lassen nicht lange auf sich warten. 

Am Anfang steht die korrekte Diagnose 

"Auch wenn sich die Symptome oft ähneln und für den Laien nicht zu unterscheiden sind, folgt die Behandlung von nicht-allergischen Reaktionen, wie zum Beispiel bei Pseudoallergien, Laktose-Intoleranz oder Fruktose-Malabsorption, einem gänzlich anderen Regelwerk als bei Allergien", weiß Diatologin Barbara Schatzl. "Deshalb ist die präzise Diagnose am Anfang das Um und Auf." 

Diese selbst zu stellen, ist dabei unmöglich - zu viele Nahrungsmittel mit zu vielen Inhaltsstoffen sind verfügbar. Der erste Ansprechpartner ist deshalb der Hausarzt, der nächste Weg führt dann zum Facharzt, dem Experten für die notwendigen Untersuchungen. Dies sind zum Beispiel Gastroenterologen, die Spezialisten für den Magen-Darm-Bereich, oder Allergologen. 

Geduld bei der Diagnose 

Die Diagnose erfordert von Arzt und Patient viel Geduld und detektivischen Spürsinn. Anamnese sowie ein Ernährungs- und Symptom-Tagebuch stehen am Anfang, es folgen Tests und eine Diät. Ob Intoleranz, Malabsorption, Pseudo- oder klassische Allergie, die Ursachen von Nahrungsmittelunverträglichkeiten können äußerst unterschiedlich sein. 

Eine individuelle Ernährungsberatung ist der erste Schritt in Richtung Beschwerdefreiheit. "Dafür müssen bei Allergien und Zöliakie die Auslöser komplett gemieden werden. Nur wer lernt, Zutatenlisten richtig zu lesen, kann versteckte Zutaten erkennen", betont Barbara Schatzl. Bei anderen Unverträglichkeiten, wie Laktose-Intoleranz und Fruktose-Malabsorption, wird am Klinikum Wels-Grieskirchen gemeinsam mit der Diätologin die individuelle Verträglichkeit ermittelt. 

"Mit vielen praktischen Tipps und Anregungen für den Alltag bleibt der Speiseplan trotz Unverträglichkeit abwechslungsreich und der Genuss beim Essen erhalten - und einem durch einseitige Ernährung entstehenden Mangel an Nährstoffen wird vorgebeugt." 

Mit vielen praktischen Tipps und Anregungen für den Alltag bleibt der Speiseplan trotz Unverträglichkeit abwechslungsreich und der Genuss beim Essen erhalten. 

INFOBOX ? Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten: 

Allergie: Das Immunsystem stuft harmlose Substanzen als krank machende Stoffe ein. Der Organismus wehrt sich. Die Folgen: Juckreiz, Rötung, die Nase rinnt. Bei Erwachsenen treten Nahrungsmittelallergien oft mit Pollenallergien auf. Dann spricht man von Kreuzallergien. Pseudoallergie: In beiden Fällen wird Histamin freigesetzt, die Symptome von Allergie und Pseudoallergie ähneln sich. Auslöser, wie etwa natürliche Aromastoffe, Benzoesäureverbindungen oder Salicylate in Obst, Gemüse, Kräutern und Gewürzen, werden bei pseudoallergischen Reaktionen in kleinen Mengen vertragen. 

Histamin-Intoleranz: Dabei wird mit der Nahrung aufgenommenes Histamin zu langsam abgebaut. Es kommt zu Quaddel-Bildung, Hautrötungen, Kopfschmerzen und Verdauungsproblemen. Für die Diagnose ist eine Eliminationsdiät die Methode der Wahl. Laktose-Intoleranz: Fehlt das Enzym Laktase zum Aufspalten, gelangt Milchzucker in den Dickdarm, wo er durch Bakterien verdaut wird und sich organische Säuren und Gase bilden. Dies führt zu Blähungen, Schmerzen und Durchfall. Nachgewiesen wird eine Laktose-Intoleranz über einen Wasserstoff-Atem-Test. 

Fruktose-Malabsorption: Fruktose (Fruchtzucker) in Obst- und Gemüsesorten wird von den Dünndarmzellen aufgenommen und in den Körper weitergeleitet. Bei einer "Malabsorption" nimmt das Blut den Fruchtzucker nicht auf und er wird im Dickdarm von Bakterien zu organischen Säuren, Kohlendioxid und Wasserstoff abgebaut. Betroffene leiden unter Übelkeit, Appetitlosigkeit, Unterbauchkrämpfen, Blähungen und Durchfällen. 

Zöliakie: Menschen mit Zöliakie vertragen das Getreideeiweiß Gluten in Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Grünkern, Dinkel, Kamut, Emmer und Einkorn nicht. Bei geringstem Kontakt bildet der Betroffene Antikörper, die Darmschleimhaut entzündet sich. Verdauungsbeschwerden und Mangelerscheinungen sind die Folge. Für die Diagnose ist eine Dünndarmspiegelung mit Gewebeentnahme unerlässlich. 


Schlaganfall-Versorgung: Da zählt jede Minute 
Gehirn kann verlorengegangene Funktionen ausgleichen

In Österreich erleiden pro Jahr etwa 24.000 Menschen einen Schlaganfall, obwohl die Häufigkeit aufgrund präventiver Maßnahmen innerhalb der letzten 30 J. in allen Altersgruppen gesunken ist. Bei rechtzeitiger Behandlung verliert der Hirninfarkt viel von seinem Schrecken: "Gelingt es, das verstopfte Gefäß innerhalb der ersten 180 Minuten zu öffnen, ist die Chance groß, dass der Patient das Ereignis unbehindert übersteht", erklärt Wilfried Lang, Vorstand der Abteilung für Neurologie des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Wien www.barmherzige-brueder.at 

Weil bei einem Schlaganfall jede Minute zählt, wurden in Österreich bereits 32 spezielle Zentren eingerichtet, die akute Fälle besonders effektiv behandeln können. Das Gerinnsel, welches die Gehirnarterie verstopft, wird dort medikamentös aufgelöst. "Der Nutzen dieser Thrombolyse ist umso größer, je rascher die Therapie angewandt wird". Auf diesem Gebiet liegt Österreich im europäischen Vergleich direkt hinter Finnland. Seit 2003 überwacht ein Online-Registrierungssystem die Effizienz der Akutbehandlungen. Für einen Schlaganfall ist in 85 Prozent der Fälle der plötzliche Verschluss einer Hirnarterie verantwortlich, wodurch das Gehirn nur mangelhaft durchblutet wird. Das äußert sich oft in einer halbseitigen Schwäche, Taubheit und Sprach- oder Sehstörungen. Wenn eines dieser Zeichen plötzlich auftritt sofort die Rettung verständigen, das nächste Schlaganfall-Zentrum schnellstens erreichen. 

"Es ist zwar richtig, dass der Körper tote Gehirnzellen nicht ersetzen kann. Aber das Gehirn ist durchaus in der Lage, verloren gegangene Funktionen durch benachbarte Gebiete auszugleichen oder zu übernehmen", erklärt der Neurologe. Die Plastizität des Nervensystems auszunutzen, braucht das Gehirn jedoch Anreize, die Physio- und Ergotherapie oder Logopädie liefern können. Das Ziel der Neurologischen Rehabilitation sei nicht nur die Verbesserung der körperlichen Verfassung, sondern auch die größtmögliche Selbstständigkeit und soziale Reintegration der betroffenen Patienten.


Aspirin verringert Sterberisiko bei Frauen
Todesrisiko sinkt durch moderate Einnahme um 25 %

Gesunde Frauen, die eine kleine bis mittlere Menge Aspirin einnehmen, können das Risiko eines frühen Todes verringern. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Massachusetts General Hospital www.massgeneral.org und der Harvard Medical School hms.harvard.edu gekommen.

Bei jeder Untersuchung in einem Zeitraum von 20 Jahren wurden die rund 80.000 Teilnehmerinnen gefragt, ob sie regelmäßig Aspirin einnahmen und wie viele Tabletten sie wöchentlich schluckten. Im Verlauf der Studie nahmen fast 30.000 Frauen eine 

bis 14 Tabletten mit einer Dosis von 325 Milligramm wöchentlich. 5.000 kamen auf mehr als 14 Tabletten pro Woche.

Bis zum 1. Juni 2004 waren 9.477 der Frauen verstorben, fast 2.000 litten an einer Herzerkrankung und 4.469 an Krebs. Jeder Todesfall wurde mit sieben oder acht anderen Frauen ähnlichen Alters in einer ähnlichen Situation verglichen.
Frauen mit einem geringen oder mittleren Aspirinkonsum verfügten demnach über ein um 25 Prozent verringertes Sterberisiko als jene, die nie regelmäßig Aspirin eingenommen hatten. Der Einsatz von Aspirin verringerte das Risiko, an einer kardiovaskulären Erkrankung zu sterben um 38 % und das Risiko einer tödlichen Krebserkrankung um 12 %.

Große Mengen von Aspirin schienen keine gesundheitlichen Vorteile zu bringen. Eine deutliche Verringerung des Krebsrisikos konnte erst nach zehn Jahren festgestellt werden. Laut den Forschern gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, wie Aspirin schützend wirken kann. Dazu gehören unter anderem das Verhindern von Entzündungen und der Schädigung von Zellen durch den Kontakt mit Sauerstoff. 


 Über 100.000 Österreicher leiden an Tinnitus

Über 100.000 Österreicher leiden nach Angaben der Tinnitus-Liga www.oetl.at unter klingelnden, rauschenden, pochenden oder pfeifenden Ohrgeräuschen. Bei Tinnitus handelt es sich in fast allen Fällen um die subjektive Wahrnehmung eines Tones. Viele Betroffene fühlen sich dadurch gequält oder bedroht, besonders wenn dieser länger andauert. Laser-Behandlung kann Abhilfe schaffen. 

Dass nur bei wenigen Patienten objektivierbare Ursachen für das Leiden wie zum Beispiel Gefäßanomalien gefunden werden können, weist nach medizinischen Erkenntnissen darauf hin, dass es sich um eine "Wohlstandserkrankung" handelt. Die Behandlung ist nicht immer einfach, weil in vielen Fällen keine konkreten Ursachen festgestellt werden können. 

So berichtet die Tinnitus-Liga, dass eine Vielzahl von Methoden zumindest in Einzelfällen wirken: Geräte, die Magnetfelder erzeugen, Akupunktur, Rotlichtlaser, Gong-Therapie und andere Therapieformen hätten Erkrankte gesunden lassen oder ihnen zumindest Linderung verschaffen können. 

Dies bestätigt auch Werner Gschader, Inhaber der Grazer WohlMed Europe , die sich mit verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten von Innenohr-Erkrankungen befasst: "Unsere Erfahrungen zeigen, dass sich viele Patienten mit dem regelmäßigen Einsatz von Softlaser-Technologie selber helfen können. Bei dieser Therapie wird ein Laserstrahl auf die tieferen Unterhautschichten im Ohr gerichtet. In einem der Photosynthese ähnlichen Prozess bewirkt der Heilungslaser eine Biostimulation des Stoffwechsels im Ohr." 

Dies könne zur Regeneration der Hörzellen, zur Stimulation des Immunsystems, zur Forcierung der Zellteilung und zur Aktivierung bestimmter Abwehrmoleküle beitragen, so Gschader. Der Lasereinsatz verspricht eine hohe Erfolgsquote, da man eine regelmäßige und kostengünstige Behandlung selbständig zu Hause durchführen könne. Die Laserbehandlung ist in Kliniken und in Arztpraxen  getestet worden. 


DNA-Test hilft den Rauchern beim Aufhören 

Durch einen einfachen DNA-Test kann aufgezeigt werden, welche Menschen und insbesondere welche Raucher das Gen besitzen, das süchtig macht. Die Raucher mit dem Gen könnten damit von speziellen Aufhörmethoden profitieren. 

"Der von g-Nostics entdeckte NicoTest kann auf dieselbe Weise durchgeführt werden wie der Selbsttest von Diabetikern zur Ermittlung ihres Blutzuckers." 35 Prozent aller Menschen besitzen dieses spezielle Abhängigkeits-Gen. "Raucher, die das Gen besitzen, haben eine größere Chance ihre Abhängigkeit los zu werden, wenn sie eine Nicotine Replacement Therapy (NRT) nützen. 

Raucher ohne das Gen sind wahrscheinlich erfolgreicher, wenn sie auf andere nikotinfreie Methoden zurückgreifen", erklärt Rob Walton. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass vier von 10 Rauchern, ausgestattet mit dem Abhängigkeits-Gen, erfolgreich aufhören konnten, wenn sie die richtige NRT angewendet hatten. 

Dies sei die doppelte Anzahl von denen, die ohne das Gen mit NRT aufhören konnten. Mit Hilfe des Tests könne außerdem ein metabolisches Profil ermittelt werden, das zeige wie schnell ein Raucher im Stande ist, seinem Körper das Nikotin zu entziehen. 

Dies helfe wiederum die richtige Dosis von NRT zu ermitteln. Theoretisch könne also geprüft werden, ob ein Kind das Abhängigkeits-Gen besitzt und ob später das Risiko besteht, dass das Kind nikotinabhängig wird. 


Häufige Ejakulation schützt vor Prostatakrebs

Eine US-Studie mit 30.000 Provanden bestätigt australische Untersuchung: Sex hält gesund. Nach der Studie scheint festzustehen, dass häufiger Geschlechtsverkehr und Masturbation offensichtlich vor Prostatakrebs schützen. Die Untersuchung,wurde 

von Forschern des National Cancer Institute in Bethesda über einen Zeitraum von acht Jahren durchgeführt und sollte die Theorie hinterfragen, dass zu häufiger Sex zu Prostatakrebs führt.

Das Ergebnis der US-Studie gibt einer Untersuchung australischer Forscher Recht. 

Diese waren 2003 ebenfalls zum Schluss gekommen, dass häufige Ejakulation offensichtlich vor Prostatakrebs schütze. Demnach entwickelten Männer, die rund 21 Mal im Monat ejakulierten, um ein Drittel seltener Prostatakrebs als die Referenzgruppe, die etwa vier bis sieben Mal im Monat einen Samenerguss hatten. 

Bei der US- Studie wurden Tausende gesunde Männer befragt, danach Krebspatienten, deren sexuelle Gewohnheiten anschließend retrospektiv ausgewertet wurden.

Am Beginn der Großstudie wurden Männer mit Fragebogen nach der Häufigkeit ihrer Ejakulation befragt. Diese Fragebogen wurden alle zwei Jahre ausgegeben. 

"Wenn die Ejakulationsfrequenz von vier bis sieben Mal monatlich auf drei Ejakulationen pro Woche erhöht wird, dann sinkt die Rate der Krebserkrankungen um 15 Prozent", so Leitzmann. Die Forscher sehen  verschiedene Gründe für den Vorteil häufiger Ejakulationen: Die Prostatadrüse wird durch den Samenerguss gereinigt. Darüber hinaus sorgt eine Ejakulation auch dafür, dass sich kristalline Mikroverkalkungen nicht bilden können. 


Immer mehr Kinder leiden an Diabetes Typ 1

In Deutschland leben rund 30.000 Kinder und Jugendliche mit der Diagnose Diabetes mellitus Typ 1, in Österreich erkranken jedes Jahr 250 bis 300 Kinder unter 15 Jahren neu daran. Im Interview erklärt Walter Bonfig, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Klinikum Wels-Grieskirchen, welche Diagnosemöglichkeiten und Therapien für die jungen Patienten zur Anwendung kommen.

Während es in unseren Breiten bei jungen Patienten nur wenige Typ-2- oder genetisch bedingte Diabetesfälle gibt, ist die Zahl der Typ-1-Erkrankungen bei sehr jungen Kindern stark steigend: „In epidemiologischen Studien zeigt sich ein Trend zur immer früheren Manifestation der Erkrankung, vor allem bei Kindern unter fünf Jahren“, berichtet Walter Bonfig, Spezialist in den Bereichen Kinderendokrinologie und -diabetologie.

In der Kinderdiabetologie werden im Klinikum derzeit 140 Diabetes-Patienten im Alter von 13 Monaten bis 18 Jahren betreut. Meist stellt der Kinderarzt bei den typischen Symptomen wie vermehrtes Durstgefühl, vermehrtes Trinken und Gewichtsverlust über einen Harntest oder eine Blutuntersuchung einen erhöhten Blutzuckerspiegel fest.

Die jungen Patienten werden dann ans Klinikum überwiesen, wo spezielle Untersuchungen vorgenommen werden, um die Diagnose zu bestätigen. Handelt es sich um Diabetes, folgen Aufklärungsgespräche und intensive Patientenschulungen: Wir versuchen Eltern und Kindern klar zu machen, dass es sich um eine chronische, nicht heilbare, aber gut behandelbare Krankheit handelt.

Bei Erstdiagnose erfolgen eine stationäre Ersteinstellung und eine strukturierte Diabetesschulung für die Kinder und Jugendlichen und auch ihre Eltern durch ein interdisziplinäres Team aus Diabetesberaterinnen, Diätologen, klinischen Psychologen, Sozialdienst und Kinderärzten. Im Rahmen der regelmäßigen Nachbetreuung werden im Drei-Monats-Rhythmus ambulante Termine vereinbart, bei welchen zum Beispiel der HbA1c-Wert (Blutzuckerlangzeitwert) gemessen wird und Vorsorgeuntersuchungen hinsichtlich möglicher Folgeerkrankungen durchgeführt werden. Außerdem werden Alltagsschwierigkeiten oder Insulindosisanpassungen besprochen.

Bei den Kleinkindern wird heute oft eine Insulinpumpentherapie durchgeführt. Man kann sagen, bei bis zu 90 Prozent der unter Fünfjährigen. Über die Insulinpumpe wird das schnell wirksame Insulin kontinuierlich verabreicht: Eine Basalrate wird einprogrammiert, für das Essen muss eine Extradosis zusätzlich, ein „Bolus“, abgerufen werden. Gerade für Kinder ist die Pumpe ideal. Die Herausforderung in der Therapie von Kindern liegt bei der feinen Insulindosierung. Zum Teil wird mit 0,25 oder 0,5 Insulin-Einheiten gerechnet.

Ab einem Alter von rund sechs Jahren können die Kinder selbst ihren Blutzucker messen und mit dem Pen auch selbst Insulin spritzen. Für Achtjährige gibt es ein zertifiziertes Schulungscurriculum, die über Zehnjährigen absolvieren schon mehr oder weniger das gleiche Schulungsprogramm wie die Eltern. Je strukturierter das Familienleben ist - Stichwort regelmäßige, gemeinsame Mahlzeiten -, desto leichter fällt es, die Therapie in den Alltag zu integrieren.

Die Pubertät stellt einerseits mit ihren hormonellen Veränderungen, die zu einer ausgeprägten Insulinresistenz führen können, andererseits durch entwicklungsgemäßes Konfliktpotential eine neue, große Herausforderung im Diabetesmanagement dar. Jugendliche werden zum Beispiel speziell im Umgang mit Alkohol, zum Thema Verhütung oder Führerschein geschult.

Auch Diabetes und Sport ist für betroffene Kinder und Jugendliche ein wichtiges Thema: Vor dem Training muss der Blutzucker gemessen werden, denn sportliche Übungen wirken auch in Pausen oder nach dem Ende weiter. Die Werte sinken in Folge noch weiter ab. Nach längerer sportlicher Aktivität muss das Basalinsulin bzw. die Basalrate um ca. 20 bis 30 Prozent reduziert werden – die Dosis muss aber immer individuell eingestellt werden.