Wissenswertes


Geschützt in die nächste Grippesaison   

Impfen kann helfen - Tipps aus dem Klinikum Wels-Grieskirchen

Die letzte Grippesaison hat zahlreiche Arztbesuche, Krankenstände und auch Krankenhaus-Aufenthalte gefordert. Die Zahl der Erkrankten war ca. doppelt so hoch als in den Jahren zuvor. Um für die nächste Saison gewappnet zu sein, geben Allgemeinmediziner Wolfgang Raus und Ärzte aus dem Klinikum eine Übersicht zu den wichtigsten Fakten und häufigsten Fragen rund um die Grippe und den grippalen Infekt. 

Im täglichen Sprachgebrauch werden Grippe und grippaler Infekt häufig gleichgesetzt. Eine Unterscheidung ist aber vor allem hinsichtlich Krankheitsverlauf und Impfschutz wichtig. "Grippale Infekte können durch eine Vielzahl unterschiedlicher Erkältungsviren ausgelöst werden", erklärt Josef Eckmayr, Leiter der Abteilung für Lungenkrankheiten. 

"Die Symptome treten meist langsam mit einem Halskratzen auf, leicht erhöhte Temperatur ist möglich. Typisch für den grippalen Infekt ist Schnupfen. Nach ca. einer Woche sollten die Symptome abklingen." Die Grippe hingegen wird durch einen bedrohlichen Virus verursacht, der nicht nur die oberen, sondern auch die unteren Atemwege angreift und mit einem plötzlichen, starken Krankheitsgefühl einhergeht. 

"Hohes Fieber und trockener Husten sind charakteristisch. Vor allem für Risikogruppen kann die Grippe sehr gefährlich sein. Daher raten wir zur Impfung." Vier Fragen zur Grippe "Sowohl bei der Grippe als auch beim grippalen Infekt ist beim normalen Verlauf Bettruhe und viel Trinken die beste Medizin", rät Wolfgang Raus, Allgemeinmediziner in Wels. "Jedenfalls sollte man in diesem Fall auf Sport verzichten!" 

Der Arzt beantwortet vier häufig gestellt Fragen zur Grippe: 

Frage 1: Mich hat's "erwischt" - was tun? "Nehmen Sie je nach Symptomatik schmerzlindernde und eventuell fiebersenkende Medikamente ein! Zur Abklärung der Beschwerden ist der Hausarzt bzw. - wenn dieser nicht verfügbar ist - der Hausärztliche Notdienst (HÄND) erste Anlaufstelle." 

Frage 2: Wann ist eine Abklärung im Krankenhaus notwendig? "Bei schweren Krankheitsverläufen oder Grunderkrankungen mit erhöhtem Risiko, wie zum Beispiel bei Krebspatienten unter Chemotherapie, ist eine Abklärung im Klinikum wichtig. Patienten über 65, Kinder und Schwangere sollten jedenfalls einen Arzt aufsuchen, der im Bedarfsfall an das Krankenhaus überweist." 

Frage 3: Wie werde ich schnell wieder gesund? "Am besten hütet man das Bett und trinkt viel. Nutzen Sie auch bewährte Hausmittel, wie zum Beispiel Essigwickel bei Kindern zum Fiebersenken oder eine kräftigende und ebenso fiebersenkende Hühnersuppe mit Ingwer. Bei der echten Grippe sind bei Risikopatienten bzw. wenn ein schwerer Verlauf zu befürchten ist frühzeitig antivirale Medikamente sinnvoll." 

Frage 4: Wann helfen Antibiotika? "Antibiotika sind nur dann sinnvoll, wenn ein bakterieller Infekt vorliegt. Die Grippe sowie die meisten grippalen Infekte werden durch Viren ausgelöst. Hier ist ein Antibiotikum absolut wirkungslos. Manchmal kommt es allerdings im Verlauf eines grippalen Infekts zu einer bakteriellen Superinfektion, da der geschwächte Körper anfälliger für Bakterien ist." 

Wie kann ich mich und andere schützen? 

"Die Grippe ist ansteckend, besonders in den ersten drei Tagen ist man hochinfektiös", so Rainer Gattringer, Leiter des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie am Klinikum. Zu dieser Zeit ist die Viruslast am größten und die Viren können durch Tröpfcheninfektion weitergegeben werden. 

"Bei gewöhnlichen Infekten bleibt man am besten zuhause, meidet Menschenansammlungen und schont sich. Auch kann man zu einfachen Hausmitteln greifen. Verläuft die Erkrankung schwerer, sollte man natürlich seinen Hausarzt aufsuchen und ärztlichen Rat einholen." 

Elisabeth Modler, Leiterin der Aufnahmestation am Klinikum, gibt Tipps, wie man sich selbst und andere am besten vor einer Ansteckung schützt: "Sich selbst schützt man am besten durch häufiges und vor allem regelmäßiges Händewaschen - nach der Arbeit, nach der Schule, nach dem Einkaufen. Eine wirksame Maßnahme gegen die echte Grippe ist die Grippeimpfung - für sich selbst und auch als potenzieller Überträger für andere", empfiehlt die Medizinerin. 

Ratsam ist die Grippeimpfung ab Oktober, besonders für Risikogruppen. "Meiden Sie außerdem, wenn möglich, den Kontakt zu Erkrankten und versuchen Sie, Ihre Widerstandfähigkeit kontinuierlich durch regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf zu stärken." 

Ist man selbst erkrankt, sollte man, um eine weitere Übertragung zu vermeiden, nicht in die Hände, sondern eher in die Ellbogenbeuge niesen. Benutzte Taschentücher müssen sofort entsorgt werden. "Sind Sie selbst erkrankt, meiden Sie bitte den Kontakt zu Nicht-Erkrankten!", so Modler. 

Fünf Fragen zur Grippeschutzimpfung 

In der Grippesaison 2017/18 wurden am Institut für Hygiene und Mikrobiologie im Klinikum über 1.300 Influenzafälle diagnostiziert. "Ein Grund dafür ist, dass zu wenige Menschen geimpft sind", erklärt Wolfgang Prammer, Oberarzt am Institut. Nur 6,4 Prozent betrug die Durch-Impfungsrate Anfang des Jahres, sie zählt somit zu den geringsten in Europa. 

"Für Risikogruppen, wie etwa ältere Menschen, Patienten mit chronischen Herz? und Lungenerkrankungen, generell immungeschwächte Menschen, Kinder und Personen in Gesundheitsberufen, wird die Impfung dringend empfohlen." 

Der Mediziner erklärt in fünf Punkten, warum die Grippeimpfung so wichtig ist. 

Punkt 1: Die Impfung - was bringt sie? "Mit einer Impfung kann man sich gegen die echte Grippe in hohem Ausmaß schützen und fällt als Überträger aus. Wichtig ist der passende Impfstoff." 

Punkt 2: Wann ist der richtige Zeitpunkt? "Experten raten zur Grippeimpfung im Oktober und November. Es kann bis zu zwei Wochen dauern, bis der Impfschutz wirksam ist. Aber auch später macht die immunisierende Spritze noch Sinn." 

Punkt 3: Muss ich mich jedes Jahr impfen lassen? "Ja, weil sich die Viren verändern und der Impfstoff für jede Saison neu abgestimmt wird. Der Impfstoff wird jährlich aus den Beobachtungen der Vorjahre zusammengestellt, sodass man für die jeweilige Saison die bestmögliche Zusammensetzung vorbereitet hat." 

Punkt 4: Eine durchgemachte Grippe stärkt das Immunsystem - stimmt das? "Eine durchgemachte Infektion kann eine Teilimmunität bewirken. Das bedeutet, dass man an exakt diesem Influenza? Stamm innerhalb einer Saison kein weiteres Mal erkrankt. Eine Erkrankung an einem anderen Stamm oder in der nächsten Saison ist trotzdem möglich." Punkt 5: Warum treten Sie für eine flächendeckende Impfung ein? "Die Grippe verbreitet sich stark, weil nur ein geringer Teil der Menschen geimpft ist. Um einen flächendeckenden Schutz der Bevölkerung zu erreichen, ist eine Durch-Impfungsrate von 70 Prozent notwendig." 

Weiterführende Informationen: 

Grundsätzlich ist die Influenza-Impfung für alle Personen ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat empfohlen, insbesondere für Ältere, chronisch Kranke, Personengruppen mit anderen Risikofaktoren und Personal im Gesundheitswesen. 

Speziell bei Kindern in den ersten sechs Lebensjahren ist eine Influenzainfektion ein häufiger Grund für eine Aufnahme im Spital aufgrund von schweren Verläufen. Zusätzlich gelten Kinder als wichtige Influenza-Überträger, die Impfung von Kindern kann daher auch erwachsene Bezugspersonen schützen. 

Für die Impfung von Kindern vom vollendeten zweiten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr steht übrigens als Alternative zur "Stichimmunisierung" ein Influenza-Lebendimpfstoff in Form eines Nasensprays zur Verfügung. 

Für alle Erwachsenen vor dem 65. Lebensjahr wird für die Saison 2018/19 die Verwendung eines inaktivierten tetravalenten Impfstoffes (enthält vier Virenstämme) empfohlen, für Erwachsene ab dem 65. Lebensjahr in erster Linie die trivalente adjuvierte Influenza-Vakzine (enthält drei Virenstämme). Die Wahl des Impfstoffes wird vom jeweiligen Arzt getroffen. Die Grippeimpfempfehlungen für Österreich zum Nachlesen: https://www.sozialministerium.at/site/Gesundheit/Krankheiten_

und_Impfen/Impfen/Empfehlung_zur_jaehrlichen_Influenza_Impfung_Grippeimpfung_


Gesundheit: UV-Licht ist Hautkrebsrisikofaktor 

Regelmäßige Kontrolle als beste Vorsorge. Das „Braunwerden“ ist eine der wichtigsten Schutzfunktionen der Haut. Würde die Haut nicht mit einer Verfärbung und Verdickung auf Sonneneinstrahlung reagieren, könnten die UV-Strahlen sehr schnell die Haut schädigen. 

Wer sich der Sonne allerdings ohne die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen aussetzt, geht bei Sonnenbränden ein deutlich erhöhtes Melanomrisiko ein. Selbstbeobachtung und der regelmäßige Hautcheck durch den Facharzt sind wichtig, um auffällige Hautveränderungen frühzeitig zu entdecken. 

Auch Jugendliche sollten sich bei familiärer Vorbelastung, bei einer Vielzahl von bzw. bei ungewöhnlichen Muttermalen vorsorglich kontrollieren lassen. „Selbstbeobachtung und regelmäßige fachärztliche Kontrollen sind eine wichtige Kombination, um Hautkrebs so früh wie möglich zu erkennen“, erklärt Gernot Lechner, Oberarzt am Klinikum Wels-Grieskirchen. „Die Selbstbeobachtung ersetzt zwar nicht den jährlichen Muttermal-Check beim Spezialisten, die sogenannte ABCD-Regel hilft aber auch dem Laien, auffällige Hautveränderungen zu entdecken.“ 

A (Asymmetrie): Kontrollieren Sie, ob Hautveränderungen und Muttermale eine ungleichmäßige Form haben! 

B (Begrenzung): Achten Sie darauf, ob die Ränder der Male unscharf begrenzt, uneben oder rau sind! 

C (Colour): Halten Sie fest, ob sich die Farbgebung eines Muttermals oder Pigmentflecks verändert! 

D (Durchmesser): Beobachten Sie, ob sich der Durchmesser einer Hautveränderung vergrößert! 

Warum zu viel Sonne gefährlich ist 

Ohne Sonne gibt es kein Leben. Die UV-Bestrahlung der Haut führt beispielsweise zur Bildung von Vitamin D3 in unserem Körper. Zu viel davon ist aber schädlich. „Eine zu hohe Dosis kann die Erbsubstanz der Hautzellen schädigen!“, warnt der Welser Dermatologe. „Sind die Schäden an der DNA gering, können sie von bestimmten Reparaturmechanismen der Haut ausgebessert werden.“ 

Bei schweren Überdosierungen von UV-Licht aber, wie durch einen Sonnenbrand oder oftmalige starke Sonneneinstrahlung, entstehen dauerhafte Schäden, weil der Reparaturmechanismus überfordert ist und nicht mehr alle DNA-Schäden repariert werden können.  

Als Folgewirkung kann Hautkrebs entstehen. Zu den häufigen Formen zählen hier der weiße und der schwarze Hautkrebs. „Die helle Form tritt meist an Nase, Ohr, Wange und Handrücken, den sogenannten Sonnenterassen, auf. Bei den Frühformen können unterschiedliche nichtoperative Behandlungsmethoden ausreichend sein: von der Krebstherapie ‚aus der Tube‘ bei kleinen Veränderungen, der Kälte- und Laserbehandlung über die photodynamische Therapie bei großflächigem Hautkrebs bis hin zur operativen Entfernung bei weiter fortgeschrittenen Ausprägungen.“  

Schwarzer Hautkrebs, auch Melanom genannt, ist der bösartigste Tumor der Hautpigmentzellen. Kein anderer solider Tumor – außer der weiße Hautkrebs – verzeichnet in den letzten Jahrzehnten eine ähnlich hohe Steigerung der Häufigkeit wie das Melanom. Schwarzer Hautkrebs bildet relativ häufig und früh Metastasen. „Eine rasche Diagnose ist deshalb wichtig – zusätzlich zur regelmäßigen fachärztlichen Untersuchung kontrollieren Sie zur Früherkennung Ihre Haut deshalb auch anhand der ABCD-Regel, an schwer einsehbaren Stellen, wie etwa dem Rücken, auch mit Hilfe des Partners oder einem Spiegel! Vergessen Sie nicht, zwischen Fingern, Zehen und Hautfalten zu kontrollieren!“ 

Wie man sich richtig schützt 

Sonnenbrände verstärken das Melanomrisiko erheblich. „Meiden Sie deshalb vor allem die pralle Mittagssonne!“, rät der Hautspezialist. „Tragen Sie beim Schwimmen regelmäßig wasserfeste Sonnencremen mit ausreichend Lichtschutzfaktor besonders auf exponierten Stellen, wie Stirn, Nase, Ohren und Schultern auf!“ 

Bereits geöffnete Sonnenschutzprodukte aus dem Vorjahr sollten nicht mehr verwendet werden, da ihre Wirkung nicht garantiert ist. 

Sonnenschutz-Tipps: - UV-Strahlen sind Hautkrebsverursacher Nummer eins! Dies ist durch umfassende Untersuchungen mittlerweile eindeutig bewiesen. Aus diesem Grunde hat die IARC (Internationale Krebsforschungsagentur der WHO) UV-Strahlung in die höchste Kategorie der krebserregenden Faktoren aufgenommen. 

Am besten wasserfeste Sonnencremen verwenden, die dem Hauttyp (fettig oder trocken) angepasst sind und einen individuell ausreichenden Lichtschutzfaktor bieten (LSF 25 bis 50). - Wasserresistente Sonnenschutzprodukte verlieren durch Schwitzen und Abtrocknen ihre Wasserfestigkeit, deshalb muss man sich in regelmäßigen Abständen neu eincremen. 

Die meisten heute im Handel geführten hochwertigen Sonnencremen wirken sofort durch den physikalischen Lichtschutzfilter. Daher ist es nicht mehr notwendig, sich 30 Minuten vor dem Sonnenbad einzucremen.  

Österreichs erstes Hauttumorzentrum in Wels. Die Abteilung für Haut- und Geschlechtskrankheiten im Klinikum Wels-Grieskirchen ist spezialisierte Anlaufstelle für Hautkrebspatienten mit Hauttumoren in allen Stadien. 

„Das Behandlungsangebot reicht von der Auflichtdiagnostik über operative Eingriffe inklusive Nachbehandlung bis hin zu innovativen Methoden der Immuntherapie und der sogenannten ‚Targeted Therapies‘.“ Nicht operable Tumore können durch eine Elektrochemotherapie verkleinert werden.


Gesundheit: Prävention durch Gefäßaltermessung 


Gesundheit: Nahrungsmittel-Allergie ja oder nein? 


Gesundheit: Bei Schlaganfall-Versorgung zählt jede Minute


Gesundheit: Aspirin verringert das Sterberisiko bei Frauen


Gesundheit: Laser kann bei Tinnitus für Abhilfe sorgen


Gesundheit: DNA-Test kann Rauchern beim Aufhören helfen 


Gesundheit: Häufige Ejakulation schützt vor Prostatakrebs


Gesundheit: Immer mehr Kinder leiden an Diabetes Typ 1 


  90 Prozent weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen 

Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor für vorzeitige Todesfälle, für Leben mit Behinderung und in hohem Maße ausschlaggebend für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine lebenslange Kontrolle der Risikofaktoren hoher Blutdruck und hohes Cholesterin könnte Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 90 Prozent vermindern und somit weitgehend zum Verschwinden bringen. 

Dem steht gegenüber, dass sich in Österreich rund die Hälfte der Menschen mit Bluthochdruck ihrer Erkrankung nicht bewusst ist und somit keine Therapie erhält, die das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt, Herz- und Nierenschwäche deutlich senkt. Risiko schnell und einfach abklären Mit der Messung des Gefäßalters kann rasch und einfach abgeklärt werden, ob ein Risiko zum Bluthochdruck besteht. 

Dank einer Erfindung aus Österreich, einer Kooperation der kardiologischen Abteilung des Klinikum Wels-Grieskirchen und des AIT Wien (Austrian Institute of Technology, ehemals Seibersdorf), kann man das Gefäßalter sehr einfach mit einer normalen Blutdruckmanschette messen. 

"Die Berechnung beruht auf Alter, Blutdruck und Form der Blutdruckkurven des Teilnehmers", erklärt Thomas Weber, Kardiologe am Klinikum Wels-Grieskirchen und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hypertensiologie. 

Eine Messung ist vorerst nur in Oberösterreich möglich: Hier wird in Kooperation mit ausgewählten Apotheken die Messung des Gefäßalters vorgenommen und wissenschaftlich evaluiert. Erhöhtes Gefäßalter festgestellt. Was kann man tun? In erster Linie ist dann eine Abklärung der Blutdrucksituation wichtig. "Wird erhöhtes Gefäßalter festgestellt, raten wir zur weiteren ärztlichen Untersuchung", führt Weber aus. 

"Diese erfolgt meist mit einer 24-Stunden-Blutdruckmessung bei niedergelassenen Fachärzten für Innere Medizin oder, wenn möglich, auch beim Hausarzt. Der wichtigste Schritt ist die Normalisierung des Blutdrucks, da ein erhöhter Blutdruck eine erhöhte Belastung der Gefäßwand bedeutet." 

Zusätzlich sollten auch die anderen Risikofaktoren, wie Cholesterin, Nikotin, Diabetes, Übergewicht etc., kontrolliert und gegebenenfalls verbessert werden. "Kennen Sie Ihr Gefäßalter?" "Wird erhöhtes Gefäßalter festgestellt, raten wir zur weiteren Abklärung zu einer ärztlichen Untersuchung. Diese erfolgt meist mit einer 24-Stunden-Blutdruckmessung bei niedergelassenen Fachärzten für Innere Medizin oder, wenn möglich, auch beim Hausarzt. 

Der wichtigste Schritt ist die Normalisierung des Blutdrucks, da ein erhöhter Blutdruck eine erhöhte Belastung der Gefäßwand bedeutet." 

Was ist denn eigentlich der Blutdruck? 

Als Blutdruck bezeichnet man den Druck im arteriellen Gefäßsystem ? die Arterien transportieren das Blut vom Herzen zu den Organen. Neben Körpertemperatur, Gewicht und Größe stellt er einen ausschlaggebenden biophysikalischen Messwert dar. Der Bluthochdruck ist auch im Jahre 2016 in Österreich einer der wichtigsten, wenn nicht der bedeutendste Risikofaktor bei der Entstehung von lebensbedrohlichen Krankheitsbildern wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und Nierenschwäche. Die richtige Diagnose ist entscheidend, um die richtigen Gegenmaßnahmen einzuleiten. 

Was ist das Gefäßalter? Wir alle werden älter, man denke nur an die offensichtlichen Veränderungen der Haare, der Haut, der Muskulatur, der Gelenke etc. Auch die großen Arterien, insbesondere die Hauptschlagader - die Aorta - werden älter. Sie verlieren ihre Elastizität und werden steifer, weil das Elastin sich abnützt. 

Was passiert bei erhöhtem Gefäßalter? Dieses Elastin funktioniert wie ein "Gummiringerl" in der Aorta: Wenn das Herz das Blut auswirft, kann sich eine elastische Aorta gut ausdehnen und in der Füllungsphase des Herzens wieder gut zusammenziehen. Wenn die Aorta nun steifer wird, funktioniert dieses Ausdehnen und Zusammenziehen nicht mehr so gut. Das kann man als Auswirkung des Alterungsvorganges verstehen und als Gefäßalter bezeichnen. 

Welchen Wert zeigt die Messung des Gefäßalters an? Technisch betrachtet wird die sogenannte Pulswellengeschwindigkeit gemessen. Das ist die Geschwindigkeit, mit der sich die Blutdruckwelle in der Wand der Arterien ausbreitet. Je steifer die Arterienwand, umso schneller die Geschwindigkeit. Das Messergebnis lässt Rückschlüsse darauf zu, wie die Steifigkeit der Gefäße im Vergleich zu gleichaltrigen Gesunden aussieht. Als Vereinfachung verwenden wir die Ampelfarben grün, gelb, und rot. Wir sagen auch dazu, um wie viele Jahre die Gefäße gegebenenfalls älter sind, als es dem kalendarischen Alter entspricht. 

Ist ein höheres Gefäßalter ein normaler Alterungsvorgang oder eine Krankheit? Bis zu einem gewissen Maß ist ein höheres Gefäßalter ein normaler Alterungsvorgang und somit keine Erkrankung. Bedenklich wird es, wenn die Aorta älter ist, als es dem kalendarischen Alter entspricht; wenn etwa ein fünfzigjähriger Mann oder eine fünfzigjährige Frau eine steife Aorta hat, wie man sie sonst bei gesunden Sechzigjährigen findet. Man kann das EVA-Syndrom nennen, das bedeutet "early vascular aging", also verfrühte Gefäßalterung. Neben angeborenen Faktoren wirken sich dabei Bluthochdruck und die "üblichen Verdächtigen", wie Zuckerkrankheit, Rauchen, unausgewogenen Ernährung und Bewegungsmangel, negativ aus.


Leiden Sie Nahrungsmittel-Allergie...? 

Experten-Tipp: Nicht bei jeder Unverträglichkeit

Statistiken zeigen, dass bereits ein Fünftel der heimischen Bevölkerung vermutet, an einer Nahrungsmittel-Allergie zu leiden. Allerdings bestätigt sich diese Selbstdiagnose nur bei rund zwei bis drei Prozent. Die Ursache für die hohe Diskrepanz ist einfach: Nicht jede Unverträglichkeit ist eine Allergie! 

Die Diagnose selbst zu stellen, ist dabei unmöglich - zu viele Nahrungsmittel mit zu vielen Inhaltsstoffen sind verfügbar. Deshalb ist es sinnvoll, sich an Experten zu wenden. Barbara Schatzl, Diätologin am Klinikum Wels-Grieskirchen, zeigt auf, wie man etwa den Ursachen von ernährungsbedingten Verdauungsstörungen, Hautrötungen und Juckreiz auf die Spur kommt. 

Genuss trotz Nahrungsmittelunverträglichkeiten 

Joghurt, Müsli und frisches Obst zum Frühstück, ein Abendessen beim Italiener mit einem guten Gläschen Wein - was gibt es Schöneres. Doch nicht alle Menschen können sorglos essen und genießen. Auf bestimmte Lebensmittel reagieren sie mit äußerst unangenehmen Symptomen: Es kribbelt im Mund, die Haut juckt, Bauchschmerzen und Durchfall lassen nicht lange auf sich warten. 

Am Anfang steht die korrekte Diagnose 

"Auch wenn sich die Symptome oft ähneln und für den Laien nicht zu unterscheiden sind, folgt die Behandlung von nicht-allergischen Reaktionen, wie zum Beispiel bei Pseudoallergien, Laktose-Intoleranz oder Fruktose-Malabsorption, einem gänzlich anderen Regelwerk als bei Allergien", weiß Diatologin Barbara Schatzl. "Deshalb ist die präzise Diagnose am Anfang das Um und Auf." 

Diese selbst zu stellen, ist dabei unmöglich - zu viele Nahrungsmittel mit zu vielen Inhaltsstoffen sind verfügbar. Der erste Ansprechpartner ist deshalb der Hausarzt, der nächste Weg führt dann zum Facharzt, dem Experten für die notwendigen Untersuchungen. Dies sind zum Beispiel Gastroenterologen, die Spezialisten für den Magen-Darm-Bereich, oder Allergologen. 

Geduld bei der Diagnose 

Die Diagnose erfordert von Arzt und Patient viel Geduld und detektivischen Spürsinn. Anamnese sowie ein Ernährungs- und Symptom-Tagebuch stehen am Anfang, es folgen Tests und eine Diät. Ob Intoleranz, Malabsorption, Pseudo- oder klassische Allergie, die Ursachen von Nahrungsmittelunverträglichkeiten können äußerst unterschiedlich sein. 

Eine individuelle Ernährungsberatung ist der erste Schritt in Richtung Beschwerdefreiheit. "Dafür müssen bei Allergien und Zöliakie die Auslöser komplett gemieden werden. Nur wer lernt, Zutatenlisten richtig zu lesen, kann versteckte Zutaten erkennen", betont Barbara Schatzl. Bei anderen Unverträglichkeiten, wie Laktose-Intoleranz und Fruktose-Malabsorption, wird am Klinikum Wels-Grieskirchen gemeinsam mit der Diätologin die individuelle Verträglichkeit ermittelt. 

"Mit vielen praktischen Tipps und Anregungen für den Alltag bleibt der Speiseplan trotz Unverträglichkeit abwechslungsreich und der Genuss beim Essen erhalten - und einem durch einseitige Ernährung entstehenden Mangel an Nährstoffen wird vorgebeugt." 

Mit vielen praktischen Tipps und Anregungen für den Alltag bleibt der Speiseplan trotz Unverträglichkeit abwechslungsreich und der Genuss beim Essen erhalten. 

INFOBOX ? Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten: 

Allergie: Das Immunsystem stuft harmlose Substanzen als krank machende Stoffe ein. Der Organismus wehrt sich. Die Folgen: Juckreiz, Rötung, die Nase rinnt. Bei Erwachsenen treten Nahrungsmittelallergien oft mit Pollenallergien auf. Dann spricht man von Kreuzallergien. Pseudoallergie: In beiden Fällen wird Histamin freigesetzt, die Symptome von Allergie und Pseudoallergie ähneln sich. Auslöser, wie etwa natürliche Aromastoffe, Benzoesäureverbindungen oder Salicylate in Obst, Gemüse, Kräutern und Gewürzen, werden bei pseudoallergischen Reaktionen in kleinen Mengen vertragen. 

Histamin-Intoleranz: Dabei wird mit der Nahrung aufgenommenes Histamin zu langsam abgebaut. Es kommt zu Quaddel-Bildung, Hautrötungen, Kopfschmerzen und Verdauungsproblemen. Für die Diagnose ist eine Eliminationsdiät die Methode der Wahl. Laktose-Intoleranz: Fehlt das Enzym Laktase zum Aufspalten, gelangt Milchzucker in den Dickdarm, wo er durch Bakterien verdaut wird und sich organische Säuren und Gase bilden. Dies führt zu Blähungen, Schmerzen und Durchfall. Nachgewiesen wird eine Laktose-Intoleranz über einen Wasserstoff-Atem-Test. 

Fruktose-Malabsorption: Fruktose (Fruchtzucker) in Obst- und Gemüsesorten wird von den Dünndarmzellen aufgenommen und in den Körper weitergeleitet. Bei einer "Malabsorption" nimmt das Blut den Fruchtzucker nicht auf und er wird im Dickdarm von Bakterien zu organischen Säuren, Kohlendioxid und Wasserstoff abgebaut. Betroffene leiden unter Übelkeit, Appetitlosigkeit, Unterbauchkrämpfen, Blähungen und Durchfällen. 

Zöliakie: Menschen mit Zöliakie vertragen das Getreideeiweiß Gluten in Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Grünkern, Dinkel, Kamut, Emmer und Einkorn nicht. Bei geringstem Kontakt bildet der Betroffene Antikörper, die Darmschleimhaut entzündet sich. Verdauungsbeschwerden und Mangelerscheinungen sind die Folge. Für die Diagnose ist eine Dünndarmspiegelung mit Gewebeentnahme unerlässlich. 


Schlaganfall-Versorgung: Da zählt jede Minute 
Gehirn kann verlorengegangene Funktionen ausgleichen

In Österreich erleiden pro Jahr etwa 24.000 Menschen einen Schlaganfall, obwohl die Häufigkeit aufgrund präventiver Maßnahmen innerhalb der letzten 30 J. in allen Altersgruppen gesunken ist. Bei rechtzeitiger Behandlung verliert der Hirninfarkt viel von seinem Schrecken: "Gelingt es, das verstopfte Gefäß innerhalb der ersten 180 Minuten zu öffnen, ist die Chance groß, dass der Patient das Ereignis unbehindert übersteht", erklärt Wilfried Lang, Vorstand der Abteilung für Neurologie des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Wien www.barmherzige-brueder.at 

Weil bei einem Schlaganfall jede Minute zählt, wurden in Österreich bereits 32 spezielle Zentren eingerichtet, die akute Fälle besonders effektiv behandeln können. Das Gerinnsel, welches die Gehirnarterie verstopft, wird dort medikamentös aufgelöst. "Der Nutzen dieser Thrombolyse ist umso größer, je rascher die Therapie angewandt wird". Auf diesem Gebiet liegt Österreich im europäischen Vergleich direkt hinter Finnland. Seit 2003 überwacht ein Online-Registrierungssystem die Effizienz der Akutbehandlungen. Für einen Schlaganfall ist in 85 Prozent der Fälle der plötzliche Verschluss einer Hirnarterie verantwortlich, wodurch das Gehirn nur mangelhaft durchblutet wird. Das äußert sich oft in einer halbseitigen Schwäche, Taubheit und Sprach- oder Sehstörungen. Wenn eines dieser Zeichen plötzlich auftritt sofort die Rettung verständigen, das nächste Schlaganfall-Zentrum schnellstens erreichen. 

"Es ist zwar richtig, dass der Körper tote Gehirnzellen nicht ersetzen kann. Aber das Gehirn ist durchaus in der Lage, verloren gegangene Funktionen durch benachbarte Gebiete auszugleichen oder zu übernehmen", erklärt der Neurologe. Die Plastizität des Nervensystems auszunutzen, braucht das Gehirn jedoch Anreize, die Physio- und Ergotherapie oder Logopädie liefern können. Das Ziel der Neurologischen Rehabilitation sei nicht nur die Verbesserung der körperlichen Verfassung, sondern auch die größtmögliche Selbstständigkeit und soziale Reintegration der betroffenen Patienten.


Aspirin verringert Sterberisiko bei Frauen
Todesrisiko sinkt durch moderate Einnahme um 25 %

Gesunde Frauen, die eine kleine bis mittlere Menge Aspirin einnehmen, können das Risiko eines frühen Todes verringern. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Massachusetts General Hospital www.massgeneral.org und der Harvard Medical School hms.harvard.edu gekommen.

Bei jeder Untersuchung in einem Zeitraum von 20 Jahren wurden die rund 80.000 Teilnehmerinnen gefragt, ob sie regelmäßig Aspirin einnahmen und wie viele Tabletten sie wöchentlich schluckten. Im Verlauf der Studie nahmen fast 30.000 Frauen eine 

bis 14 Tabletten mit einer Dosis von 325 Milligramm wöchentlich. 5.000 kamen auf mehr als 14 Tabletten pro Woche.

Bis zum 1. Juni 2004 waren 9.477 der Frauen verstorben, fast 2.000 litten an einer Herzerkrankung und 4.469 an Krebs. Jeder Todesfall wurde mit sieben oder acht anderen Frauen ähnlichen Alters in einer ähnlichen Situation verglichen.
Frauen mit einem geringen oder mittleren Aspirinkonsum verfügten demnach über ein um 25 Prozent verringertes Sterberisiko als jene, die nie regelmäßig Aspirin eingenommen hatten. Der Einsatz von Aspirin verringerte das Risiko, an einer kardiovaskulären Erkrankung zu sterben um 38 % und das Risiko einer tödlichen Krebserkrankung um 12 %.

Große Mengen von Aspirin schienen keine gesundheitlichen Vorteile zu bringen. Eine deutliche Verringerung des Krebsrisikos konnte erst nach zehn Jahren festgestellt werden. Laut den Forschern gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, wie Aspirin schützend wirken kann. Dazu gehören unter anderem das Verhindern von Entzündungen und der Schädigung von Zellen durch den Kontakt mit Sauerstoff. 


 Über 100.000 Österreicher leiden an Tinnitus

Über 100.000 Österreicher leiden nach Angaben der Tinnitus-Liga www.oetl.at unter klingelnden, rauschenden, pochenden oder pfeifenden Ohrgeräuschen. Bei Tinnitus handelt es sich in fast allen Fällen um die subjektive Wahrnehmung eines Tones. Viele Betroffene fühlen sich dadurch gequält oder bedroht, besonders wenn dieser länger andauert. Laser-Behandlung kann Abhilfe schaffen. 

Dass nur bei wenigen Patienten objektivierbare Ursachen für das Leiden wie zum Beispiel Gefäßanomalien gefunden werden können, weist nach medizinischen Erkenntnissen darauf hin, dass es sich um eine "Wohlstandserkrankung" handelt. Die Behandlung ist nicht immer einfach, weil in vielen Fällen keine konkreten Ursachen festgestellt werden können. 

So berichtet die Tinnitus-Liga, dass eine Vielzahl von Methoden zumindest in Einzelfällen wirken: Geräte, die Magnetfelder erzeugen, Akupunktur, Rotlichtlaser, Gong-Therapie und andere Therapieformen hätten Erkrankte gesunden lassen oder ihnen zumindest Linderung verschaffen können. 

Dies bestätigt auch Werner Gschader, Inhaber der Grazer WohlMed Europe , die sich mit verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten von Innenohr-Erkrankungen befasst: "Unsere Erfahrungen zeigen, dass sich viele Patienten mit dem regelmäßigen Einsatz von Softlaser-Technologie selber helfen können. Bei dieser Therapie wird ein Laserstrahl auf die tieferen Unterhautschichten im Ohr gerichtet. In einem der Photosynthese ähnlichen Prozess bewirkt der Heilungslaser eine Biostimulation des Stoffwechsels im Ohr." 

Dies könne zur Regeneration der Hörzellen, zur Stimulation des Immunsystems, zur Forcierung der Zellteilung und zur Aktivierung bestimmter Abwehrmoleküle beitragen, so Gschader. Der Lasereinsatz verspricht eine hohe Erfolgsquote, da man eine regelmäßige und kostengünstige Behandlung selbständig zu Hause durchführen könne. Die Laserbehandlung ist in Kliniken und in Arztpraxen  getestet worden. 


DNA-Test hilft den Rauchern beim Aufhören 

Durch einen einfachen DNA-Test kann aufgezeigt werden, welche Menschen und insbesondere welche Raucher das Gen besitzen, das süchtig macht. Die Raucher mit dem Gen könnten damit von speziellen Aufhörmethoden profitieren. 

"Der von g-Nostics entdeckte NicoTest kann auf dieselbe Weise durchgeführt werden wie der Selbsttest von Diabetikern zur Ermittlung ihres Blutzuckers." 35 Prozent aller Menschen besitzen dieses spezielle Abhängigkeits-Gen. "Raucher, die das Gen besitzen, haben eine größere Chance ihre Abhängigkeit los zu werden, wenn sie eine Nicotine Replacement Therapy (NRT) nützen. 

Raucher ohne das Gen sind wahrscheinlich erfolgreicher, wenn sie auf andere nikotinfreie Methoden zurückgreifen", erklärt Rob Walton. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass vier von 10 Rauchern, ausgestattet mit dem Abhängigkeits-Gen, erfolgreich aufhören konnten, wenn sie die richtige NRT angewendet hatten. 

Dies sei die doppelte Anzahl von denen, die ohne das Gen mit NRT aufhören konnten. Mit Hilfe des Tests könne außerdem ein metabolisches Profil ermittelt werden, das zeige wie schnell ein Raucher im Stande ist, seinem Körper das Nikotin zu entziehen. 

Dies helfe wiederum die richtige Dosis von NRT zu ermitteln. Theoretisch könne also geprüft werden, ob ein Kind das Abhängigkeits-Gen besitzt und ob später das Risiko besteht, dass das Kind nikotinabhängig wird. 


Häufige Ejakulation schützt vor Prostatakrebs

Eine US-Studie mit 30.000 Provanden bestätigt australische Untersuchung: Sex hält gesund. Nach der Studie scheint festzustehen, dass häufiger Geschlechtsverkehr und Masturbation offensichtlich vor Prostatakrebs schützen. Die Untersuchung,wurde 

von Forschern des National Cancer Institute in Bethesda über einen Zeitraum von acht Jahren durchgeführt und sollte die Theorie hinterfragen, dass zu häufiger Sex zu Prostatakrebs führt.

Das Ergebnis der US-Studie gibt einer Untersuchung australischer Forscher Recht. 

Diese waren 2003 ebenfalls zum Schluss gekommen, dass häufige Ejakulation offensichtlich vor Prostatakrebs schütze. Demnach entwickelten Männer, die rund 21 Mal im Monat ejakulierten, um ein Drittel seltener Prostatakrebs als die Referenzgruppe, die etwa vier bis sieben Mal im Monat einen Samenerguss hatten. 

Bei der US- Studie wurden Tausende gesunde Männer befragt, danach Krebspatienten, deren sexuelle Gewohnheiten anschließend retrospektiv ausgewertet wurden.

Am Beginn der Großstudie wurden Männer mit Fragebogen nach der Häufigkeit ihrer Ejakulation befragt. Diese Fragebogen wurden alle zwei Jahre ausgegeben. 

"Wenn die Ejakulationsfrequenz von vier bis sieben Mal monatlich auf drei Ejakulationen pro Woche erhöht wird, dann sinkt die Rate der Krebserkrankungen um 15 Prozent", so Leitzmann. Die Forscher sehen  verschiedene Gründe für den Vorteil häufiger Ejakulationen: Die Prostatadrüse wird durch den Samenerguss gereinigt. Darüber hinaus sorgt eine Ejakulation auch dafür, dass sich kristalline Mikroverkalkungen nicht bilden können. 


Immer mehr Kinder leiden an Diabetes Typ 1

In Deutschland leben rund 30.000 Kinder und Jugendliche mit der Diagnose Diabetes mellitus Typ 1, in Österreich erkranken jedes Jahr 250 bis 300 Kinder unter 15 Jahren neu daran. Im Interview erklärt Walter Bonfig, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Klinikum Wels-Grieskirchen, welche Diagnosemöglichkeiten und Therapien für die jungen Patienten zur Anwendung kommen.

Während es in unseren Breiten bei jungen Patienten nur wenige Typ-2- oder genetisch bedingte Diabetesfälle gibt, ist die Zahl der Typ-1-Erkrankungen bei sehr jungen Kindern stark steigend: „In epidemiologischen Studien zeigt sich ein Trend zur immer früheren Manifestation der Erkrankung, vor allem bei Kindern unter fünf Jahren“, berichtet Walter Bonfig, Spezialist in den Bereichen Kinderendokrinologie und -diabetologie.

In der Kinderdiabetologie werden im Klinikum derzeit 140 Diabetes-Patienten im Alter von 13 Monaten bis 18 Jahren betreut. Meist stellt der Kinderarzt bei den typischen Symptomen wie vermehrtes Durstgefühl, vermehrtes Trinken und Gewichtsverlust über einen Harntest oder eine Blutuntersuchung einen erhöhten Blutzuckerspiegel fest.

Die jungen Patienten werden dann ans Klinikum überwiesen, wo spezielle Untersuchungen vorgenommen werden, um die Diagnose zu bestätigen. Handelt es sich um Diabetes, folgen Aufklärungsgespräche und intensive Patientenschulungen: Wir versuchen Eltern und Kindern klar zu machen, dass es sich um eine chronische, nicht heilbare, aber gut behandelbare Krankheit handelt.

Bei Erstdiagnose erfolgen eine stationäre Ersteinstellung und eine strukturierte Diabetesschulung für die Kinder und Jugendlichen und auch ihre Eltern durch ein interdisziplinäres Team aus Diabetesberaterinnen, Diätologen, klinischen Psychologen, Sozialdienst und Kinderärzten. Im Rahmen der regelmäßigen Nachbetreuung werden im Drei-Monats-Rhythmus ambulante Termine vereinbart, bei welchen zum Beispiel der HbA1c-Wert (Blutzuckerlangzeitwert) gemessen wird und Vorsorgeuntersuchungen hinsichtlich möglicher Folgeerkrankungen durchgeführt werden. Außerdem werden Alltagsschwierigkeiten oder Insulindosisanpassungen besprochen.

Bei den Kleinkindern wird heute oft eine Insulinpumpentherapie durchgeführt. Man kann sagen, bei bis zu 90 Prozent der unter Fünfjährigen. Über die Insulinpumpe wird das schnell wirksame Insulin kontinuierlich verabreicht: Eine Basalrate wird einprogrammiert, für das Essen muss eine Extradosis zusätzlich, ein „Bolus“, abgerufen werden. Gerade für Kinder ist die Pumpe ideal. Die Herausforderung in der Therapie von Kindern liegt bei der feinen Insulindosierung. Zum Teil wird mit 0,25 oder 0,5 Insulin-Einheiten gerechnet.

Ab einem Alter von rund sechs Jahren können die Kinder selbst ihren Blutzucker messen und mit dem Pen auch selbst Insulin spritzen. Für Achtjährige gibt es ein zertifiziertes Schulungscurriculum, die über Zehnjährigen absolvieren schon mehr oder weniger das gleiche Schulungsprogramm wie die Eltern. Je strukturierter das Familienleben ist - Stichwort regelmäßige, gemeinsame Mahlzeiten -, desto leichter fällt es, die Therapie in den Alltag zu integrieren.

Die Pubertät stellt einerseits mit ihren hormonellen Veränderungen, die zu einer ausgeprägten Insulinresistenz führen können, andererseits durch entwicklungsgemäßes Konfliktpotential eine neue, große Herausforderung im Diabetesmanagement dar. Jugendliche werden zum Beispiel speziell im Umgang mit Alkohol, zum Thema Verhütung oder Führerschein geschult.

Auch Diabetes und Sport ist für betroffene Kinder und Jugendliche ein wichtiges Thema: Vor dem Training muss der Blutzucker gemessen werden, denn sportliche Übungen wirken auch in Pausen oder nach dem Ende weiter. Die Werte sinken in Folge noch weiter ab. Nach längerer sportlicher Aktivität muss das Basalinsulin bzw. die Basalrate um ca. 20 bis 30 Prozent reduziert werden – die Dosis muss aber immer individuell eingestellt werden.